Besuch bei den Nachfahren von Friedrich Hecker geplant
Der Gemeinderat von Angelbachtal plant im September eine Reise in die Vereinigten Staaten, um die Nachfahren von Friedrich Hecker zu besuchen. Dies gab Bürgermeister Frank Werner in der jüngsten Ratssitzung bekannt. Die Reise dient der Pflege der historischen Verbindung zu Hecker, der 1848 aus Deutschland fliehen musste.
Leben und Flucht von Friedrich Hecker
Friedrich Hecker wurde 1811 in Eichtersheim geboren. Nach seiner Schulzeit in Mannheim und einem Jurastudium in Heidelberg arbeitete er ab 1838 als Anwalt. Ab 1848 engagierte er sich für die Demokratiebewegung und beteiligte sich an einem bewaffneten Aufstand mit Gustav Struve. Nach der Niederlage in Kandern floh Hecker zunächst in die Schweiz, dann nach Straßburg und schließlich in die USA, wo er sich weiter politisch engagierte. Er verstarb 1881 in Illinois.
Reiseplan und Programmpunkte
Die Reisegruppe besteht aus 26 Teilnehmern, darunter zwölf der vierzehn Gemeinderäte sowie einige Familienangehörige. Die Flüge werden derzeit gebucht. Geplant ist ein Direktflug von Frankfurt nach St. Louis, wo die Teilnehmer von Hecker-Nachfahren empfangen werden. Auch die Historikerin Prof. Dr. Sabine Freitag, eine Expertin für Hecker, wird sich der Gruppe anschließen.
Das Programm umfasst zahlreiche Stationen, darunter den Besuch von Heckers Grab, das Gustave-Koerner-Haus sowie einen Abstecher ins Dorf Hecker. Zudem wird das Hecker-Monument in St. Louis nach seiner Restaurierung eingeweiht. Anschließend geht es per Bus nach Cincinnati, wo eine Stadtführung sowie der Besuch einer Hecker-Skulptur auf dem Plan stehen.
Kosten und Finanzierung
Die Teilnehmer tragen den Großteil der Kosten selbst. Die Gemeinderäte erhalten jedoch einen Zuschuss aus der Gemeindekasse in niedriger fünfstelliger Höhe. Begleitpersonen finanzieren ihre Reise in voller Höhe eigenständig.
Ausbau der transatlantischen Beziehungen
Bürgermeister Werner hofft, dass durch diesen Besuch die Verbindung zu den Hecker-Nachfahren und der Region im Mittleren Westen der USA vertieft werden kann. Bereits in den Jahren 1998 und 2023 hatten Nachfahren von Hecker Angelbachtal besucht. Der jetzige Besuch gilt als Gegenbesuch und soll die transatlantischen Beziehungen weiter fördern.
Text und Foto: Gemeinde Angelbachtal